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Ein verzweifelter Schüler beklagte sich wegen seiner Behinderungen, dass er vom Leben betrogen worden sei.

“Betrogen?”, rief der Meister aus, “betrogen? Schau um Dich, Mensch! Mit jedem Augenblick Bewusstsein bist Du reichlich überbezahlt!”

            

Auf den Seiten von  feliz.de  sind viele solcher kleinen Geschichten über einen spirituellen Meister versteckt.
Sie offenbaren kleine und größere Weisheiten.

Alle Bilder auf diesen Seiten enthalten einen oder mehrere unsichtbare Links (HotSpots), die zu den verschiedenen Geschichten führen (im
Aquarium z.B. sind 14 Links versteckt). Der Mauszeiger gibt den Fingerzeig....

Die Geschichten stammen von Anthony de Mello.
(* 1931 in Bombay, + 1987 in New York)

            


Ein Vorwort des Autors:

"Der Meister in den Geschichten ist nicht ein und dieselbe Person. Einmal ist er ein Hindu-Guru, ein Zen-Roshi, ein taoistischer Weiser, ein andermal ein jüdischer Rabbi, ein christlicher Mönch oder ein Sufi-Mystiker. Er ist ebenso LaoTse und Sokrates, Buddha und Jesus wie Zarathustra und Mohammed. Seine Lehre findet man im 7. Jahrhundert vor Christus wie im 21. Jahrhundert nach Christus. Seine Weisheit gehört Ost und West. Doch, ist seine historische Herleitung wirklich von Bedeutung? Geschichte ist letzten Endes das Aufzeichnen dessen, was wahrnehmbar ist, und nicht die Wirklichkeit; sie überliefert Lehrmeinungen und nichts Ungesagtes.

Zen Monk
            Kaum mehr als eine Minute wird nötig sein, um eine der hier gesammelten Geschichten zu lesen. Mag sein, dass die Worte des Meisters oft rätselhaft, Ärgernis erregend, wenn nicht gar sinnlos erscheinen. Es sind eben keine bequemen Texte und sie wurden nicht geschrieben, um zu belehren, sondern um aufzuwecken. Zwischen den Zeilen (nicht in den sichtbaren Wörtern und ebensowenig in den Geschichten selbst, sondern in ihrem Geist, ihrer Stimmung und ihrer Atmosphäre) verbirgt sich eine Weisheit, die mit menschlicher Sprache nicht zu vermitteln ist. Doch liest man Seite für Seite und lässt sich auf die vielleicht manchmal schwer zu deutenden Worte des Meisters ein, kann es geschehen, dass man unverhofft auf eine verborgene “Lehre ohne Worte” stößt und wachgerüttelt, ja umgewandelt wird. Denn das bedeutet Weisheit: verändert zu werden - man mag es glauben oder nicht - ohne die geringste eigene Anstrengung, einzig durch Wachwerden für die Wirklichkeit, die sich nicht in Worte fassen lässt, sondern jenseits des mit Worten Sagbaren liegt.

Wer das Glück hat, auf diese Weise erwacht zu sein, wird erkennen, dass das zarteste Wort das nicht gesagte ist, dass die reinste Tat die ist, auf die man verzichtet hat, und die schönste Veränderung die, zu der man nicht gedrängt hat.

Vorsicht!  Man lese die Geschichten in kleinen Dosen - nur zwei oder drei auf einmal. Eine Überdosis würde ihre Wirkkraft verringern."

Anthony de Mello


Die Weisheitsgeschichten wurden dem Buch
"Eine Minute Unsinn" von Anthony de Mello entnommen
(Verlag Herder / Spektrum, Band 4379, Freiburg 1993).

Der Meister muss gewusst haben, dass seine Worte oft über das Verständnis seiner Schüler hinausgingen. Er sagte sie trotzdem im Wissen darum, dass der Tag sicherlich einmal kommen würde, an dem seine Worte in den Herzen derer, die ihn hören, Wurzeln schlagen und erblühen würden.

Eines Tages sagte er:
“Die Zeit erscheint Dir immer sehr lang, wenn Du wartest - auf Ferien, auf eine Prüfung, auf etwas, wonach Du Dich sehnst oder wovor Du in der Zukunft Angst hast.

Doch denen, die es wagen, sich der Erfahrung des gegenwärtigen Augenblicks auszusetzen - mit keinem Gedanken an die Erfahrung, keinem Verlangen, dass sie wiederkehre oder Dich verschone -, wird die Zeit zum Erstrahlen der Ewigkeit.”

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