Ein Wissenschaftler besuchte den Meister und protestierte gegen seine Geringschätzung der begrifflichen Denkweise, da die Lehre des “begriffsfreien Wissens” der Wissenschaft gegenüber unfair sei. Der Meister bemühte sich, deutlich zu machen, daß er durchaus ein Freund der Wissenschaft sei. “Aber”, bemerkte er, “das Wissen, das Sie über Ihre Frau haben, sollte doch besser über die begrifflichen Feststellungen der Wissenschaft hinausgehen!” Als er später zu seinen Schülern sprach, wurde er noch deutlicher: “Begriffe definieren”, sagte er, “definieren heißt zerstören. Begriffe zerlegen die Wirklichkeit. Und was man zerlegt, tötet man.” “Sind Begriffe dann ganz nutzlos?” wollten die Schüler wissen. “Nein! Zerlege eine Rose, und Du wirst wertvolle Informationen über sie erhalten, doch keinerlei Wissen von ihr besitzen. Werde ein Gelehrter, und Du wirst von der Wirklichkeit viele Kenntnisse erwerben, doch keinerlei Wissen.” |